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Terrex Energy - das große "Restefressen"

Terrex Energy / TSXV: TER / WKN: A1C0GS

verfasst am 21. März 2011

Es ist schon erstaunlich, wie wenig Öl letztendlich aus einem Ölfeld gepumpt werden kann. Durch den natürlichen Druck, der in einer Öllagerstätte herrscht, werden nur etwa 15 bis 20 Prozent des in den Boden liegenden Öls nach oben befördert, nachdem die Lagerstätte angebohrt worden ist. Danach muss Wasser in die Lagerstätte gepumpt werden, um den Druck aufrecht zu erhalten, ansonsten versiegt die Ölquelle. Dadurch kann das Vorkommen zu rund 40 Prozent ausgebeutet werden. Mit anderen Worten, es liegen dann immer noch rund 60 Prozent des gesamten Vorkommens an Öl im Boden. In der Vergangenheit war hier oft Schluss. Die Pumpen wurden abgebaut, das Bohrloch zugeschüttet und man zog weiter, zur nächsten Lagerstätte. Eine riesige Verschwendung, an der man aber wenig ändern konnte. Erst in den letzten Jahren hat man sich verstärkt Methoden gewidment, die die Ausbeutungsrate steigern sollen. In der Fachwelt werden solche Methoden als Enhanced Oil Recovery (EOR), auf Deutsch "verbesserte Ölgewinnung", bezeichnet. Durch die EOR kann die Rate auf 60 bis 70 Prozent gesteigert werden.

Die Bedeutung einer EOR wird angesichts knapper werdender Ölvorkommen immer wichtiger. 2005, so die Schätzung, belief sich das globale Marktpotenzial für die EOR auf etwa drei Milliarden US-Dollar. Für 2015, so die Prognose, rechnet man mit einem Potenzial von bis zu 1,3 Billionen US-Dollar!

Eine Gesellschaft, die sich der EOR widmet, ist Terrex Energy. Terrex arbeitet mit einem Verfahren, das mit ASP abgekürzt wird. ASP steht für Alkaline-Surfactant Polymer, auf Deutsch "Alkali-Tensid Polymer". Bei dieser Methode werden alkalische Chemikalien in eine Öllagerstätte gepumpt. Diese Chemikalien reagieren mit den Erdölsäuren, es bilden sich bestimmte Tenside, die das Öl aus dem Gestein lösen. Zudem wird die Oberflächenspannung beim Öl herabgesetzt. Gleichzeitig wird Wasser in die Lagerstätte gepumpt, die den Druckerhöht. Dadurch wird das Öl, nun aus dem Gestein herausgelöst und "verflüssigt", Richtung Bohrloch gedrückt. Diese Methoden wurde in den letzten Jahren durch das Hinzufügen von bestimmten Tensiden und Polymeren verfeinert. Dadurch konnten die Kosten gesenkt und die Ausbeute erhöht werden. ASP-Flutungen sind international anerkannt, sie werden unter anderem vom Enhanced Oil Recovery Institute in Wyoming gefördert.

 

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ASP-Methode (schematische Darstellung)

Bildquelle: Terrex Energy

 

Terrex in Aktion: Strathmore

Alle Theorie ist grau....Terrex ist es nicht. Denn das Unternehmen arbeitet bereits an einem Projekt namens Strathmore. Dieses liegt in Kanada, 60 Kilometer südöstlich von Calgary, und wurde von Terrex im Februar 2010 für 650.000 Kanadische Dollar übernommen. Ursprünglich ist das Vorkommen 1985 in Produktion gegangen. 1993 erreichte es seinen Förderhöhepunkt mit einer täglichen Produktion von 1.650 Barrel am Tag. Bislang wurden aber nur etwa 25 Prozent des gesamten Vorkommens ausgebeutet, der Rest liegt noch im Boden. Diesen will Terrex nun zu einem großen Teil heben. Derzeit fließen täglich 100 Barrel Öl aus den Bohrlöchern. Dies entspricht schon einer Verdopplung seit dem Produktionstief. Terrex schätzt, dass die tägliche Förderquote durch ASP auf bis zu 800 Barrel am Tag gesteigert werden kann. Vorbild für Strathmore ist Taber South Pool, ebenfalls im kanadischen Alberta. In diesem Projekt wurde zum ersten Mal ASP in Kanada angewendet. Dadurch konnte die Produktion von 300 Barrel am Tag auf 1.800 Barrel am Tag gesteigert werden, und das binnen 18 Monaten.

Zweites Projekt im Visier: Two Creek

Mit Two Creek hat Terrex auch schon das zweite Projekt in Aussicht. Dieses liegt auch in Alberta. Derzeit werden in Two Creek täglich 250 Barrel Öl gefördert. Das gesamte Vorkommen soll ursprünglich über 20 Millionen Barrel Ölreserven (OOIP = original oil in place) verfügt haben. Aktuell sollen aber nur rund zwölf Prozent davon ausgebeutet worden sein.

Besonders interessant ist auch die jüngste Meldung vom 21. März 2011. Um die beiden Projekte durchzuziehen, brauchte Terrex Energy frisches Kapital. Anstatt neue Aktien auszugeben, also eine Kapitalerhöhung durchzuführen, wurde sattdessen ein Abkommen mit Sandstorm Metals & Energy geschlossen. Sandstorm verpflichtet sich, eine bestimmte Menge an gefördertem Öl aus Strathmore und Two Creek abzunehmen. Dafür bekommt Terrex schon im Vorfeld eine Vorauszahlung in Höhe von knapp 15 Millionen Kanadischen Dollar. Mit diesem Geld kann Terrex nun erst einmal in aller Ruhe arbeiten.

Terrex Energy hat aktuell knapp 82,7 Millionen Aktien ausstehen. Die Marktkapitalisierung liegt bei 12,8 Millionen Kanadischen Dollar.


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