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bullVestor Interview mit Prophecy Coal und STEAG zum Kohlekraftwerkprojekt in der Mongolei
bullVestor Interview mit Prophecy Coal und STEAG zum Kohlekraftwerkprojekt in der Mongolei
Datum: 28.2.2012 Teilnehmer: Mr. Gregory Hall (Prophecy Coal Corp.) , Herr Udo Sommer (STEAG), Herr Helmut Pollinger (bullVestor) Helmut Pollinger: Prophecy Coal Corp. (TSX: PCY, WKN: A1JAJ6) hat zur Zeit 201 Mio. Aktien ausstehend, der Börsenwert beträgt ca. 100 Mio. CAD, das Aktienpaket, das Prophecy Coal alleine an Prophecy Platinum hält, beträgt umgerechnet 88 Mio. Dollar. Das wiederum heißt , die Bewertung für die 1,4 Mrd. Tonnen Kohle in der Mongolei beläuft sich gerade einmal auf 12 Mio. Dollar. Ich empfinde das als sehr wenig und genau darüber wollen wir hier heute mit unseren beide Gästen sprechen. Ich freue mich heute Herrn Udo Sommer begüßen zu dürfen. Er arbeitet für die STEAG und hat als Projektleiter maßgeblich an der Machbarkeitsstudie des Chandgana Projektes gearbeitet. In jüngster Vergangenheit konnten wir eine ansteigende Anzahl an ausländischen Investitionen in der Mongolei registrieren. Wir alle konnten mitverfolgen, dass die deutsche Bundeskanzlerin in der Mongolei auf Staatsbesuch war und es gibt nicht wenige, die in der Mongolei eine zukünftig sehr wichtige, aufstrebende Rohstoffnation sehen. Wie sieht man das bei der STEAG und wie ist persönlicher Eindruck? Udo Sommer: Unser Interesse als STEAG an der Mongolei orientiert sich stark an der Tatsache, dass die Mongolei eines der rohstoffreichsten Länder der Erde ist. Bei einigen Rohstoffen hat die Mongolei sehr große Lagervorkommen, die aber zum größten Teil noch nicht erschlossen sind und bieten damit die Möglichkeit, als zukünftiger Rohstofflieferant dort einzusteigen. Der Schwerpunkt derzeitiger Investitionen aus dem Ausland liegt im Minenbereich. Allerdings ist die Mongolei nicht nur reich an Kohle, sondern auch an relativ vielen Metallen und Erzen. Um aber diese Erzvorkommen zu erschließen, braucht die Mongolei deutlich mehr Strom, als sie momentan zur Verfügung stellen kann. Helmut Pollinger: Was bedeutet das Chandgana Kraftwerk für die Energieversorgung der Mongolei? Udo Sommer: Man muss vorher folgendes wissen: In der Mongolei gibt es derzeit eine installierte Leistung von gerade einmal 700 MW! Das ist, wenn man es auf europäische Verhältnisse übertragen würde, ein einzelnes großes Steinkohlekraftwerk. Die vorhandenen Anlagen innerhalb der Mongolei sind dazu relativ alt. Es gibt zwar noch keine Stromknappheit, es gibt aber auch nicht die Sicherheit in der Stromversorgung, die man benötigen würde, wenn man sich in der Grund- und Rohstoffindustrie geordnet aufstellen möchte. Deshalb wäre so ein Projekt wie in Chandgana schon alleine der Größe und zentralen Lage wegen für die weitere Energieversorgung der Mongolei wichtig! Helmut Pollinger: Man muss kein Prophet sein, wenn man sagt, dass sich der Stromverbrauch in der Mongolei in den nächsten Jahren weiter erhöhen wird! Das heißt, es ist durchaus ein lokaler Markt in weiter Sicht vorhanden? Udo Sommer: Ja, denn zu dem ebengenannten kommt noch die Altersstruktur der vorhandenen Anlagen. Die letzte große Anlage in der Mongolei wurde Mitte der 80iger Jahre gebaut und die früheren haben teilweise ein Alter, in dem sie dann in den nächsten 5-10 Jahren stillgelegt werden müssten. Eine Sanierung wird hier auf jeden Fall benötigt. Helmut Pollinger: Können Sie die jetzt existierende Technologie für die Errichtung von Kohlekraftwerken mit den in der Mongolei zurzeit betriebenen Kohlekraftwerken in Bezug auf Emissionen vergleichen? Udo Sommer: Die jetzt für das jetzige Projekt geplanten Anlagen sind alles State-of-the-Art Anlagen, die technologisch überhaupt nichts mit den jetzt in der Mongolei existierenden zu tun haben. Die Mongolei hat wie bereits erwähnt Anlagen aus den 50igern bis 70igern, überwiegend kleine, staubbefeuerte Anlagen. Diese kommen mit der Kohle nicht zurecht und haben dementsprechende Emissionswerte. Zudem wurden diese fast alle in Nähe der Ballungszentren errichtet, so dass man dort mit den bekannten Folgen wie Smog und Luftqualität zu kämpfen hat. Dies führt gerade im Winter zu erheblichen Problemen. Die mongolische Regierung hat dieses Problem mittlerweile erkannt und ist bemüht, dem entgegenzuwirken und zukünftige Anlagen nicht mehr so zentral zu errichten, sondern am besten direkt bei den Kohlevorkommen. Die vorhandenen Kraftwerke verfügen über eine alte, robuste Technik, entsprechen aber genau diesem alten Industrie-Image, was man dann so vor Augen hat, wenn man an alte Kohlekraftwerke denkt: Staubig und dreckig. Helmut Pollinger: Greg, ist diese Problematik für Sie auch auch bei Prophecy ein Thema? Wie wirkt sich die aktuelle Schadstoffbelastung in der Mongolei auf das Chandgana Projekt aus? Greg Hall: Zuerst einmal vielen Dank für die Einladung. Zur Zeit befinde ich mich gerade in Toronto, da wir gestern mit Prophecy Coal die Ehre hatten, die Glocke zur Eröffnung des Handels an der TSX läuten zu dürfen. Dies war Teil der Feierlichkeiten rund um Prophecies Notierung am Mainboard der Toronto Stock Exchange (Symbol für Kanada hat sich dadurch von PCY.V zu PCY.TO geändert. Die Red.). Unter den zahlreichen Gästen befanden sich unter anderem auch der mongolische Botschafter und der mongolische Handelsattaché! Dabei haben wir ausführlich über dieses Problem gesprochen und der Botschafter bemerkte dazu, dass das Problem vorrangig in Ulan Bator betrifft. Dabei hat eine Gesundheitsorganisation festgestellt, dass Ulan Bator unter den am meisten verschmutzten Städten der Welt auf Platz 2 rangiert, gleich hinter einer Stadt im Iran, die ebenfalls aufgrund von alten Kohlekraftwerken derart verschmutzt ist. Die Situation in Ulan Bator ist sehr ernst! Die Verunreinigung wird durch alte Kohlekraftwerke russischer Bauart aus den späten 60igern und 70igern verursacht. Zwar haben Sie die maximale Betriebslaufzeit bereits überschritten, aber man braucht die Energie und ist somit auf sie angewiesen. Die Mongolei hat ein wirklich ernstes Versorgungsproblem von Energie und so lässt man die alten Kraftwerke im Wissen um die Folgen weiter produzieren. Wir haben daher großen Wert darauf gelegt, für den Bau unserer Kraftwerke ausschließlich neuste Technologie zu verwenden, die den neusten Umweltschutzstandards entspricht! Udo Sommer: Drei Kraftwerke befinden sich alleine direkt bei Ulan Bator. Die produzierte Menge deckt den Bedarf unter Spitzenlast allerdings nicht ab, so dass man sich zusätzlich mit Strom aus Russland versorgen muss. Helmut Pollinger: Könnten Sie uns erklären, wie die Wirtschaftlichkeit des Chandgana Projekt im Vergleich zu anderen Projekten vergleichbaren aussieht? Udo Sommer: Grundsätzlich werden die Produktionskosten des Stroms vergleichsweise günstig sein. Dadurch dass die Kohle aus dem lokalen Chandgana stammt und sehr preiswert befördert werden kann, dürften die Produktionskosten im Wesentlichen durch die Anlagenkosten bestimmt sein. Diese sind kaum höher als in anderen Entwicklungsländern und dürften damit vergleichsweise niedrig sein. Man hat generell die Kosten zu betrachten, die der Transport der Kohle ausmacht und die, die durch Transportkosten auf der Stromseite entstehen. Dabei sind die für den Transport wesentlich höher zu bewerten. Greg Hall: Man muss dazu bedenken, dass wir uns für eine sequenzielle Bauart entschlossen haben, bei der wir jeweils Module von je 150 MW installieren können, bishin zu maximal 600 MW beim ersten Kraftwerk. Bezogen auf die Profitabilität des Kraftwerks beim Chandgana Projekt bei voller Auslastung liegen unsere Berechnungen unter Berücksichtigung eines Zeitraumes von mehreren Jahren und einer Betriebszeit von 30 Jahren bei über 100 Mio. Dollar pro Jahr! Wenn man dazu bedenkt, was ein minimaler Anstieg des Energiepreises und den dadurch erzielten Verkaufspreis an den mongolischen Staat ausmachen kann, wird noch Spielraum ersichtlich. Wenn beispielsweise die Mongolei derzeit von Russland Strom für 8 Cents pro KW/h abnimmt, verändert sich auf Basis dieser Zahlen der Net Asset Value auf etwas unter einer Milliarde Dollar! Helmut Pollinger: Gibt es denn bereits ein Abkommen, eine Absichtserklärung oder eine andere Vereinbarung bezüglich der Preisentwicklung einer KW/h. Greg Hall: Wir sind zurzeit in Verhandlungen mit der mongolischen Regierung über einen Vertrag mit einer Laufzeit von 20 bis 25 Jahren für die Abnahme des produzierten Stroms in das mongolische Netz. Diese Verhandlungen dauern bereits mehrere Monate an. Wir haben nun alle nötigen Lizenzen und Genehmigungen von staatlicher Seite, um mit der Konstruktion des Kraftwerks zu beginnen, die letzte benötigte Lizenz erhielten wir im November letzten Jahres und wir erwarten einen erfolgreichen Abschluss der laufenden Verhandlungen bis spätestens Ende Juni diesen Jahres. Helmut Pollinger: Alles ist gut, sollte man meinen! Mit Ausnahme des aktuellen Aktienpreises. Greg Hall: Stimmt, denn der Aktienpreis impliziert den Wert der vorhandenen Kohle überhaupt nicht. 95% des Aktienpreises stellt lediglich den Wert der beteiligten Holding dar, die 22,5 Mio. Aktien, die wir von Prophecy Platinum (NKL.V) halten! Helmut Pollinger: Prophecy Coal hält ein Aktienpaket von ca. 88 Mio. CAD an Prophecy Platinium. Das Projekt Red Hill war weitaus teurer in der Planungsphase als das Chandgana Projekt nach heutigem Stand bezogen auf den Kurs. Wie war der damalige Übernahmepreis? Greg Hall: Wir haben Redhill vor 2 Jahren für ca. 21 Mio. Dollar übernommen. Helmut Pollinger: Heute ist die Bewertung bezogen auf den Aktienpreis nur noch bei 12 Mio. Dollar? Das ergibt doch keinen Sinn! Greg Hall: Dem kam ich nicht widersprechen. Helmut Pollinger: Die Zahlen in der Studie wurden für unser Gefühl sehr konservativ angesetzt. Ist da noch Potential nach oben und wie könnte sich dies auf die Bewertung des Gesamtprojektes auswirken? Udo Sommer: Alle Großprojekte solcher Art bürgen eine Reihe von Risiken, die in diesem frühen Stadium durch eine konservative Kalkulation dargestellt und einbezogen werden. Dies ist einfach der seriöseste Ansatz. Wenn man die letzten Voraussetzungen bald erfüllen kann, ist die Bewertung deutlich positiver zu betrachten. Helmut Pollinger: Greg, wie bewerten Sie das Ergebnis der Machbarkeitsstudie? Greg: Ich habe bereits erwähnt, dass die Machbarkeitsstudie sich sehr stark an dem Preis orientiert, zu dem wir den Strom abgeben, nicht aber unbedingt so sehr am Kohlepreis. Unbetrachtet bleiben andere Variablen, der andauernde Anstieg des Kohlepreises oder eine Verringerung des Discounts bei Großabnahmemengen, wo wir zurzeit mit sehr konservativen 12% kalkulieren. Üblich in anderen Studien sind bei anderen Unternehmen um die 6%. Außerdem haben wir die Costs of Capital mit 10% kalkuliert, was ebenfalls sehr konservativ ist. Üblich sind 5% mit Schwankungen von +/- 1%. Helmut Pollinger: Wie würden Sie das Projekt in Bezug auf Komplexität und Betriebskosten beschreiben? Gibt es kritische Bereiche? Udo Sommer: In der Planung ist eine relativ einfache, wenig komplexe Anlage. Wir verwenden dafür hochmodernste Technologie, der Kraftwerksprozess im eigentliche Sinne aber ist recht simpel. Die Qualifikation der Betriebsmannschaft vor Ort stellt ebenfalls kein Problem dar. Bei den Betriebskosten entfallen 75% alleine auf die Brennstoffkosten, die Tarife und Gehälter in der Mongolei sind vergleichsweise günstig, da orientiert man sich eher unter chinesischem Niveau. Helmut Pollinger: Wie wird das Kraftwerk mit Wasser versorgt? Udo Sommer: Der Wasserproblematik wurde bei der Planung bereits erkannt und dementsprechend entgegengewirkt, in dem beispielsweise auf Trockenkühlturmtechnik gesetzt wurde, wodurch der Wasserverbrauch deutlich reduziert wird. Die Wasserversorgung an sich ist gesichert, es gibt da mehrere Optionen. Vorort würde man natürlich lieber das Wasser aus der Mine oder aus dem Fluss nehmen, da es dadurch wesentlich günstiger wäre als durch Zulieferung. Es geht hier eher um wirtschaftliche Faktoren, die allerdings bereits in der Studie berücksichtigt wurden. Helmut Pollinger: Wie wichtig ist eine vorhandene Infrastruktur für ein Kohlekraftwerk im Fall von Prophecy? Udo Sommer: Entscheidend sind immer vier Dinge: Man benötigt 1. Kohle 2. Wasser 3. Stromableitung und 4. Personal. Zur Erreichbarkeit zum Versorgungsnetz gibt es ebenfalls eine Netzstudie, diese ist wie alles andere gewährleistet. Es wird aber eben gerade keine Zulieferindustrie benötigt, die bereits vor Ort ist. Wir betreiben zum Beispiel in Kolumbien in 3.000 m Höhe ein Steinkohlekraftwerk, was auch keine nennenswerte Probleme dargestellt hat. Das hängt damit zusammen, dass es hierbei um Mine-Mouth Kraftwerke handelt. Greg: Eines der für uns wichtigsten Dinge war die Anbindung ans Stromnetz zum Ost- und Westteil des Landes. Wir sind ca. 60 km vom Ostteil des Landes entfernt, 90 km zum Westteil und dieser Umstand ist ein wichtiger Faktor in der Machbarkeitsstudie. Der Standort ist für unsere Zwecke fantastisch. Ausserdem sind wir direkt an der wichtigsten Autobahn der Mongolei, die von der Hauptstadt nach Bejing. Helmut Pollinger: Was sind die Vorteile eines "Mine-Mouth"-Kraftwerks? Wir haben bereits angesprochen, dass keine hohen Transportkosten anfallen. Gibt es noch weitere Vorteile? Udo Sommer: Das ist bei 75% Kostenanteil für den Brennstoff schon der entscheidende Vorteil. Und wenn man berücksichtigt, dass der Transport den Preis der Kohle durchaus verdoppeln kann, ist das schon ein gewichtiger Vorteil. Die ideale Vermarktung von Kohle erreicht man durch den Einsatz von Mine-Mouth Lösungen. Vor allem dann, wenn ich sehr ergiebige Flöze habe, die dann auch noch preiswert erschlossen werden können. Helmut Pollinger: Und dadurch hat man einen großen Hebel, dass der Wert der Kohle im Boden potenziert wird? Udo Sommer: Man sollte begrüßen, dass die Kohle in Ulan Bator nicht einmal annähernd zu den Förderkosten von 8-10 Dollar pro Tonne ankommt, wie sie für die Kohle in Chandgana entstehen würde. Das ist ein fantastischer Hebel, der beträgt durchaus 3-4! Andere Nicht-Mine-Mouth Projekte müssten zu einem wesentlich höheren Preis anbieten. Helmut Pollinger: Sie klingen durchaus positiv gestimmt! Udo Sommer: Durchaus. Wir sind davon überzeugt, dass das ein gutes Projekt ist und das es eine echte Chance hat in der Mongolei. Helmut Pollinger: Von Seite der STEAG gibt es grünes Licht, die Genehmigung sind vorhanden, der Preis ist für die nächsten 25 Jahre ausgehandelt. Es gibt absolut nichts, was dieses Projekt noch zum scheitern bringen könnte? Greg, was muss jetzt noch passieren? Greg Hall: Zum jetzigen Zeitpunkt müssen nur noch 2 Dinge abgeschlossen werden: Die Finanzierung von alledem muss abgeschlossen werden, aber bekanntlich sind wir in dem Bereich sehr stark aufgestellt, die Bank arbeitet bereits an der Sache. Das andere ist wie bereits erwähnt das Feld der Politik. Die jetzige Regierung unterstützt das Projekt sehr stark, aber wir möchten die Dinge gerne etwas beschleunigen. Wir sind schlussendlich davon überzeugt, dass wir hier bald eine Einigung erzielen können. Helmut Pollinger: Ist die Chandgana-Tal Ressource überhaupt groß genug für die nächsten 45 Jahre? Udo Sommer: Die Antwort ist klar: JA! Es gibt auf dem Projekt verschiedene erschlossene Flöze verschiedener Größen, die sogar etwas Spielraum lassen, aber für einen Zeitraum bis 45 auf jeden Fall. Helmut Pollinger: Wieviel Kohle verbraucht ein 300 MW Kraftwerk pro Jahr? Udo Sommer: Das hängt natürlich auch von der Kohlequalität ab. Nach den Kohleanalysen, die wir vorliegen haben, würden etwa 3 Mio. Tonnen im Jahr verbraucht. Wenn man dann von den 165 Mio. Tonnen aus der Prospektierung des Flözes ausgeht, würde das rein rechnerisch für etwa 50 Jahre reichen. Wenn sich allerdings das bewahrheitet, was wir gesehen haben, sprechen wir von über 1 Mrd. Tonnen Kohle. Vorausgesetzt die Daten sowie der Heizwert stimmen. Wenn man die Gesamtvorkommen von Chandgana Tal nimmt, würde man mehrere 100 Jahre damit auskommen. Helmut Pollinger: Mir ist bekannt, dass sie noch weitere größere 150 MW Kraftwerkseinheiten mit bis zu 2.400 MW Gesamtleistung planen. Greg Hall: Sogar weitaus größer! In Phase 1 planen wir mit einem 600 MW Kraftwerk, in der zweiten Phase folgt ein weiteres Kraftwerk mit maximal 3.600 MW, was aber so gut wie komplett für den Export nach China gedacht ist. Wir haben ja noch über 1 Mrd. Tonnen an Kohle in unseren Projekten als Reserve zu erwarten. Insgesamt wurde nachgewiesen, dass Kohle für mind. 40 Jahre vorhanden ist, aber wenn Phase 2 startet, sind diese weiteren Reserven mit einkalkuliert. Helmut Pollinger: Herr Sommer, was halten Sie vom schrittweisen Ausbau der Leistungskapazität? Udo Sommer: Der schrittweise Ausbau der Kapazitäten ist auf Grund der jetzigen Voraussetzungen in der Mongolei die einzig sinnvolle Methode. Und genau das wird sogar noch durch die niedrigen Erschliessungs- und Förderkosten im Chandgana Tal gefördert. Helmut Pollinger: Gibt es eine Anlage in Deutschland oder Europa, die vergleichbar mit der in der Mongolei ist? Udo Sommer: Sehr viele, wir haben uns hier dazu entschieden, Wirbelschichttechnologie anzuwenden, die die Emissionsstandards der Weltbankrichtlinien erfüllt und auch hier in Deutschland ca. 15 mal zu finden ist. Helmut Pollinger: Wie schätzen Sie die Preisentwicklung für Kohle am Weltmarkt ein? Udo Sommer: Wenn Sie mich jetzt persönlich fragen und sich die Kurven angucken, dann steigt der Preis pro Quartal etwa um 5-8%. Als STEAG sehen wir dazu noch den Umstand, dass in dem Teil Asiens ausser Kohle kaum weitere fossile Brennstoffe zur Verfügung steht. Wenn das Wirtschaftswachstum in Südostasien so weitergeht, wird der Bedarf an Kohle eher steigen. Greg Hall: Ich erwarte ebenfalls, dass sich dieser Trend fortsetzt. Dies betrifft uns aber nicht direkt, da wir einen festgeschriebenen Preis für die Kohle innerhalb des Landes vereinbart haben. Der heimische Markt unterscheidet sich da vom internationalen Markt und wir exportieren zurzeit noch keine Kohle. Wir werden allerdings in ca. 2 Jahren mit dem Export beginnen und ernten dann die Früchte der gestiegenen Preise! Helmut Pollinger: Wie ist Ihr persönlicher Eindruck vom Chandgana Kraftwerksprojekt? Udo Sommer: Unter Berücksichtigung der Informationen und Daten, die uns zur Verfügung stehen und letztendlich unseren eigenen Eindrücken ist dies ein sehr vielversprechendes Projekt. Greg: Im letzten Jahr war ich 5 Mal in der Mongolei vor Ort und bin zweimal hinaus zum Chandgana Projekt gefahren. Das Potential innerhalb des Landes ist gewaltig, aber das, was wir bereits zur Verfügung haben, wie das Verkehrsnetz, ist schon ausgezeichnet. Die Behörden sind sehr kooperativ, viele Dinge konnten bereits zügig erledigt werden, vor allem wenn man dies mit dem Bau von Minen in China vergleicht. Das Tempo, mit dem sich die Dinge entwickeln, ist sehr sehr gut! Das Konsortium der Investoren ist sehr zuversichtlich und vertraut in das Projekt. Wir schauen mit Freude in die Zukunft! Das bullVestor Team um Helmut Pollinger bedankt sich bei seinen beiden Gästen. Über Prophecy Coal: Prophecy Coal Corp. (TSX: PCY, OTC-QX: PRPCF, Frankfurt: 1P2) ist ein internationales, breit gefächertes Unternehmen für Thermalkohleproduktion. Prophecy kontrolliert 1,4 Mrd. Tonnen (839 Mio. Tonnen gemessen und 579 Mio. Tonnen angegeben) tagebaufähige Thermalkohle in zwei individuellen Ablagerung in der Mongolei. Im November 2011 erteilte die mongolische Regierung eine offizielle Genehmigung an Prophecy, ein 600MW Kraftwerk auf dem Grundstück der Chandgana Ablagerung zu errichten. Das zweite Projekt der Firma in Ulaan Ovoo wurde im November 2010 für Produktion in Betrieb genommen. Prophecy Coal hält 22,5 Mio. Stammaktien vonProphecy Platinum (TSX.V: NKL) sowohl als auch den Okeover Besitz (Kupfer-Molybdän) und das Titan Vanadium-Titan-Eisen Projekt in Kanada. Über STEAG: Die STEAG GmbH ist bereits seit über 70 Jahren in der Energieerzeugung tätig und bietet ihren Kunden integrierte Lösungen im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung sowie kraftwerksnahe (Ingenieur-)Dienstleistungen. Zu unseren Kernkompetenzen gehören Planung, Realisierung und Betrieb hoch effizienter Kraftwerke auf Basis von fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien sowie die Stromvermarktung auf der Basis von Kraftwerks-Assets. Die rund 5.000 Mitarbeiter der STEAG haben 2010 einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro und ein EBITDA von 437 Millionen Euro erwirtschaftet. |