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Warum Gold auf über 10.000 US-Dollar steigen könnte
In den letzten Wochen und Monaten hat die Weltwirtschaft eine extrem schwierige Phase durchlaufen. Überall fragen sich die Menschen nun, wie lange diese Krise noch anhalten wird? Ist der Höhepunkt des wirtschaftlichen Niedergangs schon erreicht oder kommt alles noch viel schlimmer? In diesem Zusammenhang wurde in den Medien des Öfteren auf die Geschehnisse im Jahr 1929 hingewiesen, den Ausgangspunkt für die Große Depression – the Great Depression, wie es im Amerikanischen heißt. Doch ist der Vergleich mit 1929 überhaupt sinnvoll? Gibt es Parallelen, die wir zur Analyse heranziehen und die uns helfen, die Entwicklung der aktuellen Krise vorhersagen zu können? Fehler werden immer gemacht
Man kann wohl davon ausgehen, dass die Fehler, die 1929 und im Vorfeld begannen wurden, kein zweites Mal von den Verantwortlichen gemacht werden. Soviel Vertrauen sollte man schon in das Können der Politiker und Banker haben. Doch man kann sich auch sicher sein, dass dafür andere Fehler gemacht werden, die im Ergebnis nicht minder schlimme Folgen haben werden, wie diese, die aus dem Fehlverhalten im Jahr 1929 resultierten. Fehler, die uns, so lautet die Prognose von Trendaktien.com, letztendlich in eine Phase der inflationären Depression stürzen wird. Bei der Lösung dieser Krise dürfte, so die weitere Prognose von Trendaktien.com, dem Gold eine entscheidende Rolle zukommen. Doch dazu später mehr. Schauen wir uns nun zuerst die Geschehnisse im Jahr 1929 an und suchen nach den Ursachen, die der Großen Depression den Weg geebnet haben. Die Welt verändert sich
Der mit Abstand größte Fehler, der während der Großen Depression gemacht wurde, besteht darin, dass die Verantwortlichen in Washington den Goldstandard trotz aller äußeren Veränderungen hartnäckig verteidigt haben. Aus heutiger Sicht war es gerade dieser Goldstandard, der zur Destabilisierung der damaligen Weltwirtschaft beitrug und den Weg in die Große Depression ebnete. Darin liegt eine gewisse Ironie, denn ursprünglich hatte man ja den Goldstandard eingeführt, weil man einen stabilen Welthandel gewährleisten wollte. Und dies hat auch lange Zeit gut geklappt. Doch dann änderte sich die Welt, die Bedingungen wechselten in eine Richtung, die mit dem Goldstandard nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen waren. In der Geschichte der Menschheit ist das übrigens kein einmaliges Geschehen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu massiven Veränderungen, die zuvor eingeführte Abkommen und Regeln obsolet werden ließen. Und anstatt diese Abkommen und Regeln zu verändern und den neuen Gegebenheiten anzupassen, reagierten die Menschen oft mit bloßer Sturheit. Nicht die Regeln wurden verändert, sondern man versuchte, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Ein hoffnungsloser Versuch, der oft darin mündete, dass ganze Weltreiche zusammenbrachen und für immer untergingen. Gold als ultimatives Tauschmittel
Anfang der 1920er-Jahre hatten alle bedeutenden Volkswirtschaften der Welt einen Goldstandard. Die Wechselkurse waren jeweils aneinander und an eine bestimmte Menge Gold gebunden. Bankeinlagen und Währungen konnten beliebig in Gold umgewandelt werden – von jedermann und jederzeit. Das heißt, wenn man Gold statt Papiergeld haben wollte, brauchte man nur auf die Bank zu gehen, Papiergeld hinzulegen und das wertvolle gelbe Metall in Empfang zu nehmen. Mit Gold konnte man als auch bequem in verschiedene Devisenräume wechseln. Wenn zum Beispiel ein deutscher Geschäftsmann in den USA etwas kaufen wollte, konnte er deutsches Geld in Gold tauschen, dieses in die USA verschiffen und dann wieder in US-Dollar zurücktauschen. Diese Funktion des Edelmetalls ist wichtig zu verstehen, da sie weit über das geht, was wir heute dem Gold an Funktion zubilligen. Gold ist heute vor allem ein sicherer Hafen, ein Fluchtbug vor Inflation und Entwertung. Damals war Gold dies auch, darüber hinaus hatte Gold aber auch eine ganz praktische Funktion im Devisengeschäft: Gold war das Tauschmittel, mit dem alle Währungen gegeneinander konvertierbar waren, und das zu festgeschriebenen Kursen. Ein System, das viele Jahrzehnte prächtig funktionierte und in großen Teilen der Welt zu Wachstum und Wohlstand geführt hat. Der Goldstandard als Gefängnis
In Zeiten, in denen alles seinen geordneten Gang nahm, war das auch nicht anders zu erwarten. Denn wenn die Goldreserven eines Landes wuchsen (vor allem aufgrund eines Außenhandelsüberschusses), konnte es die Geld- und Kreditmenge erhöhen, sodass weiteres Wachstum möglich war. Kritisch wurde es erst, als sich das Wachstum dramatisch abschwächte, wie zum Beispiel 1929. Der Goldstandard mutierte in dem Moment zu einer Fessel, zu einer Art Gefängnis, aus dem kein Ausbruch möglich war. Er erlaubte es nämlich nicht, die Geldmenge kurzfristig auszuweiten, um den Wirtschaftskreislauf anzustoßen. Ganz im Gegenteil: Je schlechter eine Wirtschaft lief, desto größer wurde die Gefahr, dass die Investoren ihr Geld in Gold umtauschten. Dadurch verringerten sich zum Beispiel die Goldlagerbestände in den USA dramatisch, was 1929 letztendlich auch dazu führte, dass die US-Geld- und Kreditmenge in sich zusammenbrach. Die Geldmenge wurde also angesichts einer drohenden Rezession nicht ausgeweitet, nein, sie wurde zurückgefahren. Ein Riesenfehler. Nicht überall war die Krise gleich schlimm
Verstärkt wurde das Ganze noch durch den Umstand, dass es der US-Notenbank Federal Reserve in der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts gesetzlich nicht erlaubt war, eine Menge an Geld und Kredit zu erzeugen, die zusammen genommen über 250 Prozent des Wertes der Goldreserven der Vereinigten Staaten hinausging. Dadurch war der Handlungsspielraum der Fed enorm eingeschränkt. Die Notenbanker konnte die Geldmenge nicht den Umständen entsprechend ausweiten oder zurückfahren. Das war einerseits gut so, da dadurch jedem Missbrauch ein Riegel vorgeschoben wurde. Andererseits, und das ist die negative Seite, war man bei einer drohenden Rezession, die eine Ausweitung der Geldmenge erfordert hätte, zum Zuschauen verdammt. Je länger ein Land damals am Goldstandard festhielt, umso schlimmer fiel die Depression aus. Am schlimmsten traf es Staaten, die den Goldstandard hatten, zugleich aber nur über sehr geringe Goldreserven verfügten, wie zum Beispiel Österreich, Ungarn und Rumänien. Diese Länder waren am anfälligsten. Da ihre Volkswirtschaften an das wenige Gold gebunden waren, das sie besaßen, erlitten sie die schwerste Deflation und dadurch stürzten sie steiler in die Krise als alle anderen Länder. Nicht ganz, aber immer noch sehr schlimm traf es die USA. Sie hatten die größten Goldreserven, konnten also eine längere Zeit durchhalten als jene Staaten, die nur wenig Gold besaßen. Letztendlich musste aber auch Amerika reagieren. Was tat man? Franklin D. Roosevelt erhöhte im Jahr 1933 den Goldpreis und werteten den US-Dollar ab. Gleichzeitig schloss man das Bankensystem und beschlagnahmte das Gold durch die „Executive Order 6102“. Wetteifern um hohe Zinsen
Doch die Beibehaltung des Goldstandrads in vielen Ländern war nicht der einzige Fehler, der in den 30er-Jahren gemacht wurde. Im Frühjahr 1928 wies die US-Wirtschaft keine Anzeichen von Inflation auf. Trotzdem erhöhte die Federal Reserve von da an bis zum Crash 1929 den Diskontsatz von vier auf sechs Prozent, mit dem ausdrücklichen Ziel, die Aktienblase anzustechen. Das gelang, allerdings in einem Ausmaß, mit dem keiner gerechnet hatte, die Aktienkurse kollabierten förmlich. Es kann auch ohne Politik des knappen Geldes passieren, dass eine Aktienblase platzt. Wir haben das 2001 erlebt, als die Technologieblase in sich zusammenfiel. Und auch heute stecken wir in einer solchen Phase. Doch der entscheidende Faktor, der in den Jahren nach dem Crash 1929 ins Spiel kam, hatte wieder etwas mit dem Goldstandard zu tun. Schon bevor die Fed konkrete Anzeichen für eine konjunkturelle Talsohle sah, hob sie nämlich den Diskontsatz dramatisch an. Sie verdoppelte ihn von 1,5 Prozent im Oktober 1931 auf drei Prozent im Februar 1932. Die Fed tat dies, weil sie weitere Verluste bei den Goldreserven vermeiden wollte. Diese Politik hatte allerdings katastrophale Folgen. Länder auf der ganzen Welt, die befürchteten, sie könnten ihre Goldreserven an die höheren Renditen in den Vereinigten Staaten verlieren, fingen ebenfalls an, zur Verteidigung ihrer Goldreserven die Zinsen anzuheben. So kam es Anfang der 30er-Jahre zu einem weltweiten Wettlauf um höhere Zinsen, ohne dass es Anzeichen für eine ökonomische Trendwende gab. Eine katastrophale Entwicklung, die die Krise nicht vollends ausbrechen ließ und sie zugleich über Jahre hinweg andauern ließ. Eigentlich hätten die Verantwortlichen damals die Ursachen der Krise erkennen müssen. Doch das taten sie anscheinend nicht. Man war so sehr vom Goldstandard überzeugt, dass jede Maßnahme gegen diesen als Frevel erscheinen ließ. Auch dies ist ein Beweis für die Sturheit der Menschheit. Ein einmal eingeführtes System wird beibehalte, ganz gleich, ob es noch up to date ist oder nicht. Und bevor man dieses System ändert, ist man eher bestrebt, die Zeit zu ändern. Ein, wie bereits gesagt, hoffnungsloses Unterfangen. Keine Hilfe für Banken
Und dann gab es da noch einen Fehler, der die Welt in den 30er-Jahren in die Große Depression katapultierte. Da durch den Tausch großer Mengen an US-Dollar in Gold die gesamte US-Geldmenge unterm Strich radikal zurückgefahren werden musste, schlitterten viele Banken in die Krise. Und im Gegensatz zu heute wollte man damals den in Schwierigkeiten geratenen Banken nicht helfen. Man vertrat in Washington die Meinung, dass kriselnde Finanzinstitute zu recht Probleme hätten und vom Markt ausradiert werden müssten. Im Grunde genommen ist das auch eine richtige Einstellung, doch in Phasen von Krisen führt eine solche natürlich zu einer umfassenden Pleitewelle mit schlimmen Auswirkungen auf das Leben des Durchschnittsbürgers. Vergrößert wurden die schlimmen Auswirkungen noch dadurch, dass es damals keine Bürgschaften für die Guthaben, die die Menschen bei den Banken liegen hatten, gab. Das führte dazu, dass die Menschen die Banken stürmten und ihr Geld forderten. Dadurch gerieten noch mehr Institute, auch gesunde, in Zahlungsschwierigkeiten. Das verstärkte nicht nur den Crash an der Börse, auch das gesamte reale Wirtschaftsleben kam zum Erliegen. Es wurden keine Kredite mehr vergeben, dabei sind Kredite die Lebensader des Kapitalismus. Wenn alles nichts hilft
Vergleichen wir nun die Situation der 30er-Jahre mit der aktuellen. Welche Unterschiede sind auszumachen? Während der Großen Depression band der Goldstandard den Staaten bei der Reaktion auf Finanzkrisen die Hände. Er schränkte die Möglichkeiten ein, die Geldpolitik an die wechselnden Bedingungen anzupassen. Die Verantwortlichen für die Geldpolitik hatten wenig Raum, in dem sie manövrieren konnten. Außerdem verschlimmerte der Goldstandard die Depression dadurch sehr, dass Länder in der ganzen Welt darum wetteiferten, ihre Goldreserven zu behalten. In all diesen Punkten gibt es wichtige Unterschiede zur heutigen Situation. Wir haben keinen Goldstandard. Notenbanker und Politiker können somit auf die Krise flexibel antworten, idem sie die Geldmenge ausweiten. Sie können auch Banken und Finanzinstitute retten, indem sie ihnen ihre faulen Vermögenswerte abkaufen. All dies sind wichtige Punkte bei der aktuellen Krisenbewältigung. Und zum Glück wird davon auch reichlich Gebrauch gemacht. Allerdings in einer Art und Weise, die wiederum zu einem neuen Problem geworden ist. Da die Geldpolitik in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr zu einem Instrument der Konjunkturpolitik verkommen ist, droht sie nun wirkungslos zu werden. Die Notenbanken dieser Welt, vor allem die Fed, drucken Geld wie verrückt, doch die Banken geben dieses nicht in Form von Krediten weiter. Eine Katastrophe für eine Volkswirtschaft, in der das Kreditwesen eine zentrale Rolle einnimmt. Was also ist zu tun, um die Krise zu beenden? Oder fragen wir besser, was ist zu tun, wenn alle Stricke reißen, und die Wirtschaft in sich zusammenbricht trotz aller Gegenmaßnahmen, wie dem Gelddrucken? Abwertung und Reflationierung
Wenn man nicht schnell genug Geld drucken kann, um eine deflationäre Depression abzuwenden, dann ändert man einfach den Wert des Geldes. Diese Strategie zielt darauf ab, die Last der Schulden zu erleichtern, indem die Währungen abgewertet und die Preise von Vermögenswerten wieder inflationär aufbläht werden. Eine verrückte Vorstellung? Mitnichten. Um die Große Depression zu beenden, wertete Franklin D. Roosevelt im Jahr 1933 den US-Dollar ab, beschlagnahmte das Gold, erhöhte den Goldpreis um fast 70 Prozent und kurbelte damit im Endeffekt eine erneute Inflation, manche sprechen auch von einer Reflation, der Vermögenswerte an. Sollte es diesmal auch zu einer solchen Lösung kommen, würde wohl das Gold nicht beschlagnahmt werden, sondern zum großen Gewinner avancieren. Folgendes Szenario ist denkbar: Der Staat stellt jeglichen Goldverkauf ein und erhöht den derzeitigen offiziellen Notenbankpreis von 42,22 US-Dollar pro Feinunze auf einen Preis, der einen ausreichend großen Teil der weltweiten Schulden monetisieren würde. Auf diese Art würden die Schulden auf einen Bruchteil der reflationären Preise von Vermögenswerten zusammenschrumpfen. Allerdings würde diesmal nicht der US-Dollar die Reservewährung sein, sondern die G-20-Staaten geben drei neue Währungseinheiten mit gleichberechtigtem Reservestatus aus. Diese drei Währungen wären ein neuer US-Dollar, ein neuer Euro und eine neue gesamtasiatische Währung. Selbstverständlich wären die neuen Währungen weniger wert als die alten. Die neuen Währungen würden natürlich neue Namen bekommen, um die Welt von dem Gespenst eines gescheiterten Systems zu befreien. Monetisierung der Schulden
Die große Frage lautet nun: Welcher Goldpreis würde gesetzlich festgelegt werden, um der US-Wirtschaft und der Weltwirtschaft wieder Inflation zu verschaffen? Es würde uns nicht überraschen, wenn die G-20-Staaten mindestens 20 Prozent der amerikanischen Schulden monetisieren würden. Das würde bedeuten, dass der Goldpreis auf über 10.000 US-Dollar pro Feinunze steigen müsste. Zugleich würden die Währungen um den Faktor zwölf abwerten. |