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Serenic - wir spekulieren auf eine Übernahme
Serenic Corporation / TSXV: SER / WKN: A0M91C
Am 29. Juli hat Serenic Corporation die Zahlen für das Quartal, das Ende Mai auslief, veröffentlicht. Diese sind sehr gut. Das wird klar, wenn man sich die Daten etwas genauer anschaut. Der Umsatz fiel mit 2,7 Millionen CAD zwar etwas niedriger als erhofft aus, doch das liegt daran, dass ein Auftrag, den Serenic bekommen hat, aus buchhalterischen Gründen erst im laufenden Quartal verrechnet werden kann. Hätte man diesen schon im letzten Quartal berücksichtigen können, wäre der Umsatz deutlich höher ausgefallen. Beim Einkommen (income) muss festgehalten werden, dass darin auch schon die Kosten für die Börsennotierung eingerechnet sind. Veranschlagen wird diese auf jährlich mindestens 500.000 CAD, so haben wir im Quartal zusätzliche Ausgaben von 125.000 CAD zu beachten. Berücksichtigen wir diesen Betrag, so käme man auf ein Einkommen von rund 137.000 CAD im letzten Quartal.
Wichtiger als diese nackten Zahlen ist aber die Tatsache, dass Serenic den Verkauf von Lizenzen deutlich steigern konnte, nämlich um satte 25 Prozent. Die Produkte von Serenic sind also gefragt, und das international. Neue Kunden konnte man in der Schweiz, in Afghanistan und in einigen afrikanischen Ländern gewinnen. Warum die Produkte von Serenic so gefragt sind, zeigt ein kurzer Blick auf das Marktumfeld.
Serenic stellt Software für NGOs her. Non-Governmental Organizations, kurz NGOs, sind in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Faktor in der Weltpolitik geworden. Seit Ende des 2. Weltkrieges ist ihre Zahl kontinuierlich gestiegen. Anfang der 1970-Jahre waren es bereits über 2.000 Nicht-Regierungsorganisationen, die sich in nationale und internationale Angelegenheiten einmischten und für eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Mensch, Tier und Umwelt kämpften. Heute sind es schon rund 8.000 Vereinigungen. Sie sind fester Bestandteil aller Ansätze eines modernen Global Governance. Von der UNO und vielen anderen öffentlichen Einrichtungen werden NGO-Vertreter oft als Experten eingeladen und zu spezifischen Sachthemen angehört.
Wie alle anderen Organisationen müssen sich auch die NGOs verwalten. Ihr Aufbau ist häufig ebenso vielseitig und komplex wie die eines Unternehmens. Darum gibt es für die Nicht-Regierungsorganisationen spezielle Softwareangebote, die auch von öffentlichen Institutionen und Einrichtungen genutzt werden können, da sie ähnliche Strukturen wie die NGOs aufweisen. Ein weiterer Kunde solche Software ist das große Feld der Non-Profit-Organisationen (NPO). Darunter fallen alle Vereinigungen, die ergänzend zu den staatlichen Einrichtungen bestimmte Zwecke oder Interessen für ihre Mitglieder vertreten. Allein in den USA dürfte es rund eine Million solcher NPOs geben.
Wie wichtig und stark umkämpft der Markt für Softwareangebote für NGOs, NPOs und staatliche Institutionen ist, zeigt die Übernahme von Kintera durch Blackbaud im Jahr 2008. Kintera hatte etwa 4.000 Kunden und erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Umatz von knapp 45 Millionen US-Dollar. Fast genauso viel musste Blackbaud dann auch für den Kauf auf den Tisch legen, nämlich 46 Millionen US-Dollar. Beide Unternehmen entwickeln und vertreiben Softwareprodukte für NGOs, NPOs und staatliche Institutionen.
Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung von Serenic. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Finanz- und Organisationssoftware für NGOs, NPOs und staatliche Institutionen. Die Serenic-Produkte können dabei mit der ERP-Technologie von Microsoft verknüpft werden. ERP steht für Enterprise Resource Planning. Dahinter verstecken sich Softwareangebote, die helfen sollen, die vorhandenen Ressourcen in einem Unternehmen, also das Personal und das Kapital, möglichst effektiv einzusetzen. Etwas, was auch die vielen NGOs, NPOs und staatliche Institutionen leisten müssen.
Berücksichtigen wir also das schnell wachsende Marktumfeld und stellen in Rechnung, dass Blackbaud für den Kauf von Kintera die Höhe eines Jahresumsatzes zahlen musste, dann wird klar, was Serenic eigentlich wert ist. Im laufenden Jahr wird Serenic auf einen Jahresumsatz von geschätzten zwölf Millionen CAD kommen. Das Unternehmen hat zudem drei Millionen CAD Cash in der Kasse. Teilt man diesen Betrag durch die Aktienanzahl von 15,2 Millionen plus drei Millionen Optionen, so käme man auf einen angemessenen Aktienkurs von 0,82 CAD. Tatsächlich notiert die Serenic-Aktie aber derzeit bei 0,37 CAD.
Fazit: Serenic ist klar unterbewertet. Wir spekulieren auf eine Übernahme. |