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Wasser – lebensnotwendig und gewinnbringend

Oftmals behandelt, doch nach wie vor unterschätzt – die Wasserknappheit auf der Erde stellt ein immer größeres Problem dar. Wasser an sich gibt es zwar in rauen Mengen - zwei Drittel der Erdoberfläche sind damit bedeckt – doch mangelt es stark an Trinkwasser. Bei nur drei Prozent der globalen Wasservorkommen handelt es sich um Süßwasser. Und davon ist wiederum nur ein Drittel Trinkwasser. Der globale Süßwasserverbrauch nimmt allerdings immer weiter zu.

Ein Durchschnittseuropäer verbraucht jeden Tag 200 Liter Wasser – eine Badewanne voll. Nicht eingerechnet ist dabei das Wasser, das in jeder Scheibe Brot, in jeder Portion Gemüse und in jedem Stück Fleisch steckt. So kommen für die Nahrungsaufnahme in Europa noch einmal durchschnittlich 3.000 Liter pro Tag und Kopf dazu. Von den auf diese Weise insgesamt verbrauchten 3.200 Litern werden nur zwei bis vier Liter getrunken. Bei Weizen beispielsweise braucht man 550 Liter Wasser, um einen Laib Brot zu erzeugen. Für die Produktion von 100 Gramm Kalbfleisch, das von mit Kraftfutter aufgepäppelten Kälbern stammt, benötigt man 7.000 Liter. Kein Wunder also, dass eine Milliarde Menschen kein Zugang zu sauberem Trinkwasser hat.

 

Jährlich fünf Millionen Tote

 

Die Hälfte der Menschheit lebt, was die Wasser- und Abwasserversorgung anbelangt, noch wie im europäischen Mittelalter. Und mehr als fünf Millionen Menschen sterben jährlich wasserbedingt.

Allein für die Landwirtschaft gehen 75 Prozent der Wasserreserven drauf. In den letzten 50 Jahren wurden deshalb weltweit mindestens 30.000 Staudämme mit einer Höhe von über 15 Metern gebaut. Dies stellt allerdings einen gewaltigen Eingriff in den natürlichen Wasserhaushalt dar. Ein erschreckendes Beispiel dafür: der Aralsee. Sein Wasservolumen ging um 90 Prozent zurück und der Salzgehalt hat sich vervierfacht. Vom einst viertgrößten See der Welt existieren heute nur noch drei kleine Lachen. Genau aus diesem Grund kümmert man sich seit geraumer Zeit auch verstärkt um alternative Methoden zur Wassergewinnung.

Bildquelle: Veolia Environmental Services

Wachstumserwartungen von acht bis 15 Prozent

 

Im Jahr 2004 schätzten Experten, dass weltweit 365 Milliarden Dollar für Wasseraktivitäten ausgegeben werden. Gemeint ist dabei der Bau und die Instandhaltung von Ver- und Entsorgungsnetzen, die Reinigung und Aufbereitung genutzten Wassers sowie der Einsatz von technischen Hilfsmitteln und Dienstleistungen.

Die Wachstumserwartungen schwanken zwischen acht und 15 Prozent pro Jahr. Der jährliche Investitionsbedarf dürfte bei 60 Milliarden Dollar liegen, so die Branchenkenner. 2025 könnten es bereits 180 Milliarden sein.

Für langfristige orientierte Anleger stellt dies somit eine sehr interessante Investitionschance dar. In Deutschland beispielsweise wird eine Technologie verwendet, die es der Industrie ermöglicht, Frischwasser mehr als drei Mal im Kreislauf zu verwenden. Auf diese Weise werden jährlich 70 Milliarden Kubikmeter eingespart. Allein dieses Beispiel zeigt, welche Chancen die Bereitsteller der passenden Technologie bieten.

In den USA benötige man für die Sanierung von Wasserleitungen eine Billion Dollar, so die Schätzung von Experten. 20 Prozent des US-Trinkwassers versickern nämlich schon bevor sie aus dem Wasserhahn fließen, weil die Leitungen teilweise noch aus Holz sind. Hier müssen also dringend neue Röhren her. Die öffentlichen Kassen werden mit solchen Kosten allerdings völlig überfordert sein. Für Unternehmer und Anleger eine gute Chance.

 

Vielfältige Investitionsmöglichkeiten

 

An der Börse gibt es bereits hunderte von Unternehmen, die sich mit verschiedensten Themen zur Wassergewinnung und -aufbereitung beschäftigen. Profitieren können Anleger beispielsweise von Mineralwasserherstellern – allein in Deutschland trinkt ein Bürger 125 Liter Mineral- oder Heilwasser im Jahr.

Aber auch Unternehmen, die sich der Meerwasserentsalzung widmen, können sehr interessant sein. Außerdem ein möglicher Gewinner-Kandidat: Hersteller von Verbrauchszählern. In vielen Ländern Europas sind diese keine Selbstverständlichkeit, weil Wasser dort noch pauschal abgerechnet wird. Durch eine EU-Regelung soll sich dies bis 2010 ändern.

Und auch Unternehmen, die sich mit der Wasseraufbereitung beschäftigen, sind sehr viel versprechend. Hier wird nicht mehr so sehr auf chemische Verfahren, sondern verstärkt auf UV-Bestrahlung zur Desinfizierung gesetzt oder Schmutz mit Feinstfiltern ausgesiebt.


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