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Rückenwind für die Windkraft

T. Bone Pickens hat einen Traum, einen großen Traum: Der US-Multimilliardär, der sein Geld mit Ölgeschäften verdient hat, will einen wahrhaft gigantischen Windpark schaffen: In einem Korridor, der von Texas ganz im Süden der USA bis an die kanadische Grenze reicht, sollen die Windräder eines Tages stehen und für rund ein Fünftel des jährlichen US-Strombedarfs verantwortlich sein. Bis es soweit ist, kann es allerdings noch einige Jahre dauern. Frühestens im Jahr 2030 dürfte Pickens Traum Wirklichkeit werden. Doch so lange will er nicht warten. Deshalb hat er schon einmal angefangen und lässt Nahe der texanischen Stadt Pampa den derzeit größten Windpark der Welt bauen. Dieser soll, wenn er in sechs Jahren fertig ist, genügend Strom für eine Million Haushalte produzieren. Auf die Frage, warum er sich denn nun in Sachen „Ökostrom“ engagiere, antwortete Pickens in einem Interview mit der Zeitung Guardian: „Denken Sie nicht, ich würde jetzt ein Grüner werden, mein Business ist es, Geld zu verdienen und ich glaube, das hier bringt eine Menge Geld“.

 

Harte Fakten treiben die Windenergie nach vorne

 

 

Eine Meinung, mit der Pickens nicht alleine dasteht. Weltweit ist die Windenergie auf dem Vormarsch. Und nur selten spielen dabei „Ökoträume“ eine Rolle. Es ist vielmehr das knallharte Geschäft, das eine neue Boombranche entstehen lassen hat. So wurden allein in den USA im vergangenen Jahr 5.244 Megawatt (MW) Windkraftleistung neu installiert. In Spanien waren es 3.422 MW und in Deutschland 1.667 MW. Weltweit wurden 2007 nach Angaben von Global Wind Energy Council (GWEC) rund 20 Gigawatt (GW) an neuer Windkraftleistung aufgestellt. Damit beläuft sich die globale Gesamtleistung auf etwa 94 GW, ein Plus von 30 Prozent gegenüber 2006. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet die Branche in Fernost. So wurden im vergangenen Jahr in China Windräder mit einer Leistung von rund 3,4 GW aufgestellt. Damit konnte die Gesamtleistung auf rund sechs GW verdoppelt werden. Doch das soll erst der Anfang gewesen sein: 2020 will die Regierung in Peking 100 GW Windleistung am Netz haben. Zum Vergleich: zum selben Zeitpunkt sollen 40 GW Strom aus Atomkraftwerken, derzeit sind es 6,6 GW, kommen.

 

Gute Geschäfte dank Subventionen

 

 

Bei diesen extrem guten Rahmenbedingungen dürfte klar sein, dass sich die Projektierer, Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen kaum über mangelnde Aufträge beklagen können. Allein in den USA dürften 2007 rund neun Milliarden US-Dollar in die Windkraft investiert worden sein. Weltweit waren es wohl um die 25 Milliarden Euro. Allerdings haben auch die „Windkraftler“ mit Schwierigkeiten zu kämpfen. So zum Beispiel mit den steigenden Rohstoffpreisen. Immerhin besteht eine Windenergieanlage zu 80 Prozent aus Stahl und zu drei Prozent aus Kupfer. Doch die Mehrkosten bei der Herstellung können die Produzenten locker weitergeben. Letztendlich sind sie die Hauptprofiteure der hohen Rohstoffpreise, vor allem für Öl und Kohle. Denn mit jedem Cent, den die fossilen Brennstoffe mehr kosten, wird eine Windkraftanlage rein rechnerisch profitabler.

 

Bildquelle: Repower Systems

 

 

Doch noch arbeitet die Windkraft unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten defizitär. So zahlten im vergangenen Jahr die deutschen Verbraucher rund drei Milliarden Euro „Einspeisevergütung“ an die Windenergieproduzenten, was rund 1,5 Milliarden Euro über dem Großhandelspreis für diese Strommenge lag. Diese Subventionierung wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken, denn mit der Verabschiedung des modernisierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor wenigen Wochen werden nun je produzierte Kilowattstunde an Windkraft 15 Cent statt wie bisher 9,1 Cent fällig. Das soll der deutschen Windkraft „Beine machen“ und vor allem Investitionen in so genannte Offshore-Parks, also Windanlagen auf hoher See, ankurbeln. Bis 2020, so die Prognose der Bundesregierung, werden Offshore-Windräder mit einer Leistung von zehn GW ans Netz gehen. Die Subventionierung ist auch der Grund, warum die Windkraft eine mögliche Ölpreiskorrektur an unten nicht zu fürchten braucht.


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